Fledermauseinhausung,

Tunnel Hirsau und Forst

© Manuel Kamuf, lightworkart.de / ZV Hermann-Hesse-Bahn

Reaktivierung einer alten Bahnstrecke aus 1872 – “Mutmaßlich weltweit einzige ’Tunnel-im-Tunnel-Konstruktion‘”
(Süddeutsche Zeitung)

Was ist, wenn etwas so innovativ ist, dass keiner weiß, ob es funktioniert? 

Zur Vorgeschichte: In Calw, Baden-Württemberg, sollte eine Bahnstrecke von 23 Kilometern reaktiviert werden. In den 80er Jahren wurde diese aus Kostengründen stillgelegt. Ein Teil der Bahnstrecke führt durch zwei Tunnel und hier hatten sich in der Zwischenzeit Fledermäuse eingenistet – auch geschützte Arten. Also musste der dortige Landrat mit den Naturschützern ein Übereinkommen finden. Und eine innovative Idee musste her: Die „Tunnel-im Tunnel“-Lösung. Das bedeutet, dass die Hesse-Bahn in den einen Tunnel einfährt und die Fledermäuse wiederum in dem neu entstandenen Zwischenraum weiterleben können.

Doch die „‚Tunnel-im-Tunnel‘-Lösung war so innovativ, dass keiner wusste, ob sie funktioniert.“ (Tagesthemen am 29.09.2025). Warum? Einen solchen Tunnel gab es noch nicht, also gibt es keine Daten und keine Erfahrungswerte. Diese mussten erst einmal geliefert werden. Eine Testphase folgte, um festzustellen, dass die Fledermäuse sich vom Bahntunnel fernhalten würden. Die lief bis Ende August und war erfolgreich: Es darf nun gebaut werden.

Der Bau war jedoch sehr komplex: Der Tunnel ist begrenzt und es musste auf sehr engen Platzverhältnissen gebaut werden, denn der Fledermausbereich soll so groß wie möglich sein. Der Bereich, in dem später der Zug fährt, hat feste Vorgaben an das Lichtraumprofil. Und auch der Zeitraum war eng: Deshalb wurde die Stahlbeton-Trennwand als Fertigteile eingebaut, die vorher noch an Ort und Stelle gedreht werden mussten. Jeder Millimeter wurde ausgereizt.

Auch sämtliche Gewerke waren betroffen: Ob Schiene, Brandschutz, Objektplanung oder BIM. Das Projektteam der ZM-I Gruppe hat die Leistungen aus einer Hand liefern können und das Projekt verlief erfolgreich.

2026 war es dann so weit: Die Herrmann-Hesse-Bahn fährt.

© Manuel Kamuf, lightworkart.de / ZV Hermann-Hesse-Bahn

Über das Projekt: Fledermauseinhausung

Die Bahnstrecke wurde als eingleisige nicht-elektrifizierte Bahnstrecke reaktiviert. Der Betrieb erfolgt mit Triebwagen in Akkubetrieb. Ziel ist die Wieder-Inbetriebnahme und nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur unter Berücksichtigung technischer, betrieblicher und umweltfachlicher Anforderungen.

Der Projektumfang der ZM-I Gruppe war die Reaktivierung der zwei bestehenden Tunnelanlagen:

  • Tunnel Hirsau mit einer Länge von 554 Metern
  • Tunnel Forst mit einer Länge von 696 Metern

Die bestehenden Tunnel wurden baulich ertüchtigt und an die heutigen Sicherheits- und betriebsrelevanten Sicherheitsstandards angepasst.

In den Tunneln wurde, um die betrieblichen und umweltfachlichen Anforderungen gerecht zu werden, eine Trennwandkonstruktion aus Stahlbeton in den Tunneln eingebaut. Zudem wurden die Portalbereiche eingehaust, um die Einflugöffnung für die Fledermäuse mit der Einfahröffnung des Zuges zu trennen.

Bereich Ingenieurbau
Bauherr Herrmann-Hesse-Bahn
Standort Calw
Länge Tunnel Hirsau 554 Meter

Tunnel Forst 696 Meter

Leistungen Tragwerksplanung
LPH 3-5 gemäß HOAI

Objektplanung Ingenieurbauwerke
LPH 3-5 gemäß HOAI

BIM

Brandschutzgutachten

Projektzeitraum 2023 – 2026
Nutzungsbeginn Januar 2026
Gesellschaft ZM-I München GmbH
Eingang zum Tunnel der Hermann-Hesse-Bahn
Eingang zum Tunnel der Hermann-Hesse-Bahn
© Manuel Kamuf, lightworkart.de / ZV Hermann-Hesse-Bahn
© Manuel Kamuf, lightworkart.de / ZV Hermann-Hesse-Bahn

Jetzt Kontakt aufnehmen –
schnell, klar, persönlich.

Unsere Mitgliedschaften und Kooperationen: